Der neue Fotoberater 2010

Die nachfolgenden Zeilen sind aus meiner bzw. unserer Sicht (des Photohaus Team`s) entstanden und erheben keinen Anspruch auf absolute Richtigkeit und schon gar nicht Neutralität. Es ist vielmehr eine subjektive Sicht des Marktes und seiner Produkte den wir seit Jahrzehnten kennen und begleiten.

Den Fotoberater gab es vor vielen Jahren schon mal. Da ging es um Mittelformat oder Kleinbild, um Spiegelreflex oder Sucherkamera. Die letzten 10 Jahre waren geprägt vom schnellen Wandel zur Digitalfotografie, kurzen Produktlaufzeiten bei Kameras und uneinheitlichen Systemen. Inzwischen hat sich vieles geändert, mittlerweile auch stabilisiert.

 

 

Digitalfotografie für Einsteiger und Technikmuffel

Jahrtausendwende: eine Digitalkamera mit 2 Megapixel Auflösung, winzigem 1,5 Zoll-Display und 2 fach Zoom kostet 800 Euro. Die Fachwelt ist trotzdem begeistert, man kann fast ein 20x30 Poster damit erstellen und betrachten ohne dass einem gleich schlecht wird. Bei diesen Kameras sind die Akkus schnell leer und bei schlechtem Licht setzt erhebliches Bildrauschen ein, kurzum: eigentlich kein Vergleich zu den noch aktuellen analogen Kameras.

 

  Heute, rund 10 Jahre später sieht die Fotowelt schon völlig anders aus: Eine preiswerte Digitalkamera (Markenhersteller) kostet um die 100 Euro, ist aber dafür mit 3 fach Zoom, 10 Megapixeln und einem fast doppelt so großen Display ausgestattet. Auch ist sie wesentlich flacher gebaut, der Akku hält erheblich länger und die Auslöseverzögerung hat sich deutlich verbessert. Die Bildergebnisse sind noch dazu deshalb erfreulich besser geworden weil auch die Labore, Drucker, Tinten und Papiere, eben die gesamte Peripherie sich in den letzten Jahren rasant zum Positiven entwickelt haben.

  Dies nur zur Einleitung für Leute die der Digitaltechnik immer noch nicht restlos vertrauen mögen.

 

Ich selber habe noch vor 6-7 Jahren nie gedacht dass die Entwicklung so schnell und epochal sein würde. Sie ist natürlich auch noch nicht abgeschlossen und wird es auch nie sein aber die steile Kurve hat sich mittlerweile enorm verflacht. Die Produktzyklen werden wieder länger, bei neuen Modellen sacken die Preise nicht mehr so schnell in den Keller und die Verbesserungen sind nicht mehr so sensationell im Vergleich zum Vormodell. Ein guter Zeitpunkt also, jetzt einzusteigen. 

 

Wer einfach nur ab und an seine Lieben, den Geburtstag oder ein paar Erinnerungen festhalten möchte wird mit der eben beschriebenen 100 Euro Kamera durchaus glücklich werden können. Auf eine Speicherkarte (unter 10 Euro) passen ein paar hundert Fotos, der Akku kann unzählige Male wieder aufgeladen werden, man braucht kaum Zubehör. Mit der Speicherkarte geht man zum Fotoladen und lässt preiswerte Bilder drucken oder noch preiswertere im Labor printen. Die Qualität ist für einfache Ansprüche ganz ordentlich. Diese Art Kamera steht allerdings nicht in unserem Geschäftsmittelpunkt. 

 

Der Spaß fängt unseres Erachtens erst bei den etwas hochwertigeren Kameras an. Diese kosten nicht mehr als die eingangs erwähnte Einfach-Digitalknipse aus dem Jahr 2000.  Für rund 200 Euro ist der Zoombereich meist schon deutlich größer, entweder mehr Weitwinkel oder mehr Richtung Tele. Die Kameras sind kleiner, besser verarbeitet und bieten oft wichtige Extras deren Vorteile sich meistens erst später erschließen können. Sei es ein guter Nahbereich, eine Gesichtserkennung oder ein schwenkbares Display. Auch ein schönes Design oder eine längere Garantie mögen Gründe sein in die 200 Euro-Klasse zu investieren.

 

Wenn es in Richtung 300 Euro geht darf man schon mit einer sehr guten Ausstattung rechnen. Einen Zoombereich von 25mm Weitwinkel bis 200mm Tele zum Beispiel in einer trotzdem kleinen Kamera.

Wir beschreiben die Objektivbrennweiten der besseren Verständlichkeit wegen immer noch mit den Werten der alten analogen Kleinbildkameras, die realen Werte lassen sich sonst schwer vergleichen.

Oder eine Kamera die einem ruhig mal aus der Hand fallen und auch beim Planschen in der Nordsee mit dabei sein darf. Videos sind ebenfalls selbstverständlich und auch der integrierte Bildstabilisator

Die etwas größeren Kameras bieten sogar 20 fache Zoombereiche in dieser Preisklasse.

Für 400 Euro ist man schon in der Oberklasse der Kompaktkameras und hat meist alle vorher beschriebenen Extras zusammen in einer Kamera vereint. Aber selbst eine Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiv ist dann schon zu haben. Zu der kommen wir später noch.

Um die 500 Euro ist das Angebot bei den Kompakten schon ziemlich luxuriös. Hier sind innere Werte gefragt: hochwertige Metallgehäuse mit oft sehr lichtstarken Objektiven, dazu eine Technik die es erlaubt mit hohen ISO-Zahlen und bei schlechtem Licht ohne Blitz zu fotografieren. Die Technik hat hier enorme Sprünge gemacht. Die Pixel-Zahl gerät schon wieder in den Hintergrund zugunsten besserer Bildqualität. Hier findet man Kameras mit denen man locker in den Urlaub fährt ohne Angst zu haben mit Bildern zurück zu kommen denen man ansieht womit sie gemacht wurden.

Eigentlich alles ganz toll, aber was können diese Kameras nicht oder nicht so gut?

Die Ausbaufähigkeit ist stark begrenzt. Bei den teureren Modellen lassen sich meist noch externe Blitzgeräte aufsetzen, manchmal auch kleine Tele oder Weitwinkelvorsätze, die aber den Arbeitsbereich nur geringfügig erweitern. Einen Sucher sucht man bei den meisten Kompaktkameras vergebens, fast alle haben das Display als Sucher und der Konsument hat sich schon daran gewöhnt.

Im Freien ist eine genaue Bildbeurteilung nicht immer ganz einfach. Kompaktkameras sind glücklicherweise klein und leicht. Leider erfordert die Bedienung oft Augenmaß und es gibt nicht viel Platz zum Anfassen. Wegen der Leichtigkeit des Seins verwackeln auch häufiger Bilder und wegen des kleinen Sensors haben die Bilder doch nicht ganz die Qualität der „großen“ Kameras. Wegen des kleineren Sensors ist es auch mit der Bildgestaltung nicht so zum Besten bestellt wie bei den Kameras mit APS-C oder Vollformat-Sensor. Aber mehr dazu später.

Der Einsteiger und-oder Technikmuffel sollte einen Computer haben es muss aber nicht unbedingt sein. Viele gut ausgestattete Kameras haben neuerdings Bildbearbeitungsprogramme eingebaut und verhelfen mit neuester Technik ohnehin schon zu relativ guten Ergebnissen. Aber auch mit den unbearbeiteten Daten kann man an vielen Bilderannahmestellen (z.B. Drogeriemärkte) oder auch in Fachgeschäften (wie wir) seine Fotos bestellen die meistens beim Printen noch optimiert werden.

 

Ein Fotobuch gestalten kann man dort auch, mit der passenden Software ist es zu Hause aber doch entspannter und sorgfältiger möglich. Für ganz Eilige würfelt einem der Fotoautomat auch ein Album zusammen dass immerhin herzeigbar ist. Wer seine schönsten Erinnerungen in verschiedenster Ausführung an die Wand haben möchte darf bei uns im Fachgeschäft auf Hilfe hoffen.

 

Digitalfotografie für interessierte und engagierte Fotofans

 

Die 1000 Euro Marke wird schon mal deutlich überschritten, es kann aber auch weit darunter liegen.

Wer „was Vernünftiges“ sucht kann aus einem breiten Angebot schöpfen. Es gibt von nahezu jedem Hersteller etwas in diesem Produktsegment.  Die jeweils besten Kompaktkameras aus dem Einsteigerbereich kann man durchaus ernst nehmen, meist liegen sie im Bereich 400 Euro und darüber und liefern eine hohe Bildqualität und viele interessante Extras. Für etwas über 500 Euro kann man schon Reflexkameras bekommen aber auch in ein neues System einsteigen dass sich gerade erst zu entwickeln begonnen hat, : Hochwertige Kompaktkameras mit großem Sensor. Das haben wir uns schon lange gewünscht und endlich liefern einige Hersteller. Einige präsentieren sich mit Wechselobjektiven andere vertrauen auf die eine richtige Brennweite. Wichtig aber ist der große Aufnahmesensor den sonst nur Reflexkameras haben. Er ermöglicht eine hohe Bildqualität mit geringeren Rauschwerten und guter Vergrößerungsfähigkeit. Bei großer Blendenöffnung kann man mit geringer Tiefenschärfe bewusst Bildteile heraus stellen oder in Unschärfe abgleiten lassen. Das Knipsen ist nicht die Stärke dieser Kameras, man muss sich schon einlassen auf diese Art der Fotografie, sie ist der analogen irgendwie noch am nächsten. Das Leica M-System sei hier als Beispiel genannt, dem hoffentlich noch ähnliche anderer Hersteller folgen mögen.

Weitaus preiswerter steigt man ins Four-Thirds-System ein, genauer gesagt ins Micro-Four-Thirds.

Man hat den Reflexkameras den Spiegel genommen und dadurch mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Im Gehäuse ist erstens der Platz für den Spiegel und das Prisma frei geworden, so sind die Kameras bei gleicher Sensorgröße deutlich kleiner und vor allem flacher. Zweitens gibt es keinen Klapparatismus mehr der laut und anfällig ist. Drittens lassen sich Objektive ganz anders als bisher sehr klein und optisch besser konstruieren. Das ist auch nur deshalb möglich weil die Display`s und elektronischen Sucher revolutionär verbessert worden sind. Der elektronische Sucher mit vielen hunderttausend Bildpunkten zeigt schon jetzt ein sensationell harmonisches Bild dass sich bei Dunkelheit aufhellt, die Farben z.B. bei Kunstlicht  weitestgehend real anzeigt und jede Menge Entwicklungspotenzial hat. In 5-10 Jahren werden viele Spiegelreflexkameras keinen Spiegel mehr haben weil die elektronischen Sucher dann technisch ebenbürtig oder besser sind.

Jedenfalls können diese Kameras eine Leistung bringen die den Reflexkameras vergleichbar ist und außerdem sind sie kleiner und leichter, manchmal auch schicker und origineller. Hier wird sich noch einiges tun. Die neuen Micro-Systemkameras zeichnen sich nicht nur durch Qualität und Ausbaufähigkeit aus, pfiffige Kreativprogramme (z.B. für Schwarzweiss) und ein ungewöhnlich schickes Design gibt es inklusive. Besonders beliebt mit dem Pancake-Objektiv (Pfannkuchen), einer flachen lichtstarken Festbrennweite.

Nicht jeder Engagierte und Interessierte aber wird mit diesen Kameras glücklich werden. Er und neuerdings auch sie will eine echte Spiegelreflex und keine Anfängerkiste mit Plastiklinse. In diesem heiß umkämpften Markt liefern sich die Hersteller ständig heftige Materialschlachten von denen der Käufer letztlich profitiert. So bekommt man heute für unter 1000 Euro bestens ausgestattete Systemkameras mit den schon etwas besseren Zoomobjektiven oder gleich im Set mit Standard -und Tele-Zoom. Hier finden sich der selbstreinigende Sensor, die Videofunktion, das schwenkbare Display mit Live-View und der Bildstabilisator, lauter nützliche Gehilfen auf dem Weg zum perfekten 10 Mio. Pixel-Bild. Das Angebot von markeneigenen und Fremdobjektiven ist riesig groß, Blitzgeräte, Fernauslöser, Filtersysteme und vieles mehr wartet auf des Käufers Gunst. Hier fängt das Hobby an, wenn nicht schon der Beruf. Man kann bei den Zoomobjektiven wählen zwischen dem „einfachen“ 28-85 Standardzoom (da steht dann 18-55 drauf) oder einem ganzen Bündel von Alternativen. Der Weitwinkelfotograf  wird das 15-85 (etwa wie 24-120), der Reisende das Universalzoom 18-200 (etwa 28-300) wählen. Es gibt die lichtstarken Alternativen mit durchgehender Lichtstärke 2,8 und natürlich die Festbrennweiten. Man sollte sich über seinen Aufgabenbereich klar werden und im Zweifelsfall um fachmännischen Rat nachfragen. Da könnte z.B. das Photohaus ins Spiel kommen.

Der Engagierte und Interessierte wird es sich nicht nehmen lassen, seine Bilder am PC oder Mac selber zu bearbeiten, Bildbearbeitungsprogramme wie „photoshop elements“ bieten schon ausreichend Möglichkeiten aus seinen Dateien Erstaunliches heraus zu arbeiten. Wir bieten in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Kurse für Bildbearbeitung an, die insbesondere den Einstieg in dieses weite Feld erleichtern.